Wenn Gedanken einen bremsen und Gewitter einen antreiben…
Murau – Neuhaus an der Gail 20.6.- 24.6.
145,4Km, 7025hm
Gesamt bis Neuhaus 531,5km, 23.304hm
20.Tag 39.6km, 2120hm 9:51h
Ich fülle noch einmal meinen Bauch beim Frühstücksbuffet mit frischen Früchten und Nutella. Das Müsli kann mir gestohlen bleiben, das esse ich eh sonst jeden Tag. Dann lieber noch eine Portion Gugelhupf und Käse mit Marmelade. Ein wenig halte ich mich zurück, schließlich liegt gleich vor der Haustüre ein langer Anstieg vor mir und das geht mit vollem Bauch schwerer.
Den Abschied gestalten wir lieber kurz und fast schmerzlos. Danke noch einmal für den persönlichen Lieferservice und den kurzweiligen, lustigen Tag.
Ich schnaufe ordentlich als ich den Waldweg immer weiter hinauf schreite und bin dennoch überraschend schnell bei der Murauer Hütte. Diese hat heute zu, der Brunnen hält aber Erfrischungsgetränke bereit, also lege ich eine kurze Rast ein um mir das Panorama genauer anzuschauen.

Ich kann sogar die Haseneckscharte von vorgestern entdecken.
Es geht weiter im lieblichen Wald dahin, rauf runter rauf. Tendenz hinauf…


Bis ich oben stehe, am ersten Nock. Der erste von unzähligen in den nächsten Tagen. Ich liebe es wenn man den Blick schweifen lassen kann. Ein Nock nach dem anderen liegt auf meinem Weg. Einerseits toll zu sehen wenn man sich umdreht wo man noch vor einer Stunde war, andererseits darf man sich von der vermeintlichen Nähe und sanften Anstiegen der noch anstehenden Gipfeln nicht täuschen lassen.




Die Anstiege und Überquerungen der Hänge können sich ziehen. Aber bei dem Panorma vergeht die Zeit schnell.



Ich sammel eine Schuhsohle ein. Schon vor ein paar Tagen habe ich einen kaputten Wanderstock mit ins Tal genommen. Nicht nachvollziehbar warum man sein kaputtes Zeug am Berg lässt. Niemand ist davor gefeit unabsichtlich ein Müsliriegelpackung auszustreuen, aber einen Stock, oder eine Schuhsohle einfach liegen lassen…. .

Es geht immer weiter am Grenzzaun entlang. Inklusive alten Resten im und am Boden. Absolute Stolpergefahr.

Ich kenne ihn schon von meiner 4 Tagestour durch die nordwestlichen Nockberge von vor fast 2 Jahren. Noch etwas das ich nicht verstehe: warum zieht Kärnten, oder die Steiermark, oder beide gemeinsam, einen kiiiiiiiiilometer langen Zaun über Berge? Google hatte keine Antwort.
Es wimmelt seit heute Morgen nur so von Ameisen. Ich komme nicht weg von der Vorstellung, dass alle Nockberge in Wahrheit überdimensionale Ameisenhaufen sind.
Am letzten Nock für heute mache ich meine erste Pause seit der Murauer Hütte. Es ist extrem windig. Mittagessenzeit. Zeit Gipfel zu bestimmen. Allzulange bleibe ich aber nicht, der Himmel färbt sich verdächtig rosa, eine minimale Gewitterchance wurde vorhergesagt. Beim Abstieg ein Schneefeld umgehbar,

komme ich am Anfang des Waldes vom Weg ab, auch im weiteren Verlauf übersehe ich einmal die Abzweigung wegen fehlender Markierung und mache einen Zusatzkilometer.


Selbst im dichtesten Wald stehen sie die Kühe. Überwiegend betrachten sie mich offenbar aufgrund meiner Salzukrusten am TShirt als wandelnden Leckstein. Ich bin Michael von der Alm im Gesäuse jedes Mal so dankbar wenn sie auf mich zukommen, dass ich nun weiß was ich machen kann. Großen Bogen, ja eh klar. Sie anbrüllen und drohenden Gebärden machen wenn sie zu nahe kommen, helfen bis jetzt immer. Sie versuchen es manchmal noch 2,3 mal, gehen mir tlw hinterher, lassen es dann aber sein. Gott sie nerven mich. Ich hatte und habe gehörigen Respekt vor ihnen, aber ich fühle mich mittlerweile deutlich sicherer.
Unten am Fluss angekommen fülle ich Wasser auf, habe aber wenig Hoffnung auf einen Zeltplatz. Was nun folgt ist das i-Tüpfelchen auf dem bereits erwähnten unzureichend markierten Salzsteigweg. Erneut eine Abzweigung nicht gesehen, steige ich vorsichtig einen Hang hinab. An der Markierung wieder angekommen sehe ich keine weiteren und stapfe im kniehohen Gras herum, unter mir ist es sumpfig.

Das GPS meint ich bin so gut wie am Weg. Quatsch, quatsch, macht es unter meinen Schuhen. Ich sehe nicht wo ich hinsteige und versinke zweimal Unterschenkeltief. Dann endlich Holzstangen als Markierung. Die enden an einem Bach mit kaputtem, aber machbaren Übergang,

gefolgt von einem wegelosem Aufstieg über einen Hang. Hallo Forststraße, herzlich willkommen, schön dass du da bist. Kurz darauf werde ich auf der Hauptstraße 4km vor Flattnitz rausgespuckt und entscheide mich dann doch die kleine Umgehung zu wählen um aus 4 nur 2 km Asphalt zu machen. Ich zweige also auf die neue Ausweichroute ab und stehe 1km nach der Abzweiung von der Straße vor diesem Schild.

Inklusive Absperrband. Echt jetzt? Euer ernst? Kann man das nicht unten an der Straße anschreiben? Ich scanne den Zaun ab, ob ich querfeldein retour zur Straße über die Wiese kann, kann aber kein Tor ausfindig machen. Ich rufe, aber wegen der Sägen hört mich keiner. Also wieder alles retour und 4km auf der Straße rein ins Dorf. Hinfällig zu erwähnen, dass ich keinen Zeltplatz gefunden habe auf den letzten 10km und vor allem auch keinen Bock mehr habe auf suchen, sondern nur noch duschen möchte. Wieder viel zu lange der Tag.
Ich werde bei der überführsorglichen Besitzerin des Alpenhof Ladinig fündig, was anderes gab es auch nicht. Sie erklärt mir, dass im Umland das Erzbistum und private Besitzer beide den Wanderweg nicht durch ihr Grundstück haben möchten. Vielleicht kommt daher der Irrweg.
21.Tag 18.9km, 1337hm, 6:00h
Regen ab 12, Gewitter ab 14 Uhr und eine Höhenwanderung ohne Schutz (ausgenommem die Lattersteigschutzhütte ca in der Mitte) steht am Programm. Um 6Uhr10 verlasse ich die Unterkunft.

Ich möchte mich nicht über das Tal umrouten, also heißt es zügig gehen. Anfangs wieder im Wald,

später wieder dem Grenzzaun folgend, immer hoffend auf der richtigen Seite zu sein. Es sieht so surreal aus irgendwie.






Mit dabei wie immer in den letzten Tagen, Kühe. Heute keine Ameisen, dafür eine neue Seite der Nockberge. Gelten sie für mich als liebliche, sanfte, abgerundete Hügel auf +-2000 Metern Höhe, so zeigen sie sich hier von ihrer forschen Seite. Mir kommt die Abwechslung gelegen, auch wenn sie mich ein wenig ausbremst.





5 offizielle Gipfel stehen heute an. Also 5 Nocke und paar Anhöhen und Scharten dazwischen.




Am ersten mache ich eine Pause, schließlich bin ich schon paar Stunden unterwegs. Ich habe Empfang und sehe, der Regen soll nicht kommen, das Gewitter jedoch schon. Ich habe also ein wenig mehr Zeit und lasse den Blick auf den schneebedeckten Bergen der Hohen Tauern ruhen.

Runter, rauf, runter, rauf. Auf der Kaser Höhe glaube ich den letzten Nock für heute zu haben und verweile noch einmal Gedanken versunken am Gipfel. Immer wieder reissen mich Stimmen aus meiner Berggipfelandacht, auf dem Nock sind ein paar Tageswanderer unterwegs. Total ungewohnt für mich. Sehe ich sonst zwischen Dorf und Dorf oft keine Menschenseele.
Mit dem direkten Abstieg zur Turracher Höhe wird es dann doch noch nichts, 2 Nocke fehlen noch. Den Gruft kann man umgehen, spart nicht viele Höhenmeter, hat aber eine angenehmere Steigung und vor allem einen wunderschönen Blumenhang.

Am Abstieg nach Turrach telefoniere ich meine 2 Möglichkeiten durch und entscheide mich für den Turracher Hof, weil sie eine Sauna haben. Es ist zwar im Abstieg stickig heiß, aber meine Beine freuen sich auf ein wenig Entspannung nach 2 langen und einer sehr flotten Etappe. Die Gewitter bringen dann Hagel und sinnflutartige Regenschauer, während ich den Saunabereich für mich alleine habe.

22.Tag 30.4km, 1313hm, 8:25h
Ich verlasse das Hotel wieder zeitig, ich möchte zelten heute und alle Möglichkeiten offen haben. Frühstück bestelle ich immer ab – spart Zeit, Geld und vor allem würde ich mich noch mehr die Anstiege in die Höhe schleppen mit einem BuffetBauch. Dann lieber Müsli anmachen, so bleibt auch was für’s 2.Frühstück.
Raus aus der Turracher Höhe in der gebaut wird wie irre. Der nächste Skiort der zum Schickimickiort wird. 3 Hindernisse stellen sich mir auf den ersten Kilometer in den Weg.



Same same but different auch der heutige Tag: lieblicher Wald, Matsch, Grasnarbenhüpfen, wunderschöne Nockbergeansichten,… .






Für ca 2 Stunden überschneidet sich mein Weg mit dem Weg den ich damals gegangen bin. Damals im Herbst war es matschig, heute ebenso.

Anders ist aber, dass die Markierung rauf auf die sogenannte flache Scharte offenbar nachgearbeitet wurde,

so stapfe ich nicht wegelos herum. Dafür antriebslos. Seit in der Früh ist der Wurm drin. Hängt der Rucksack an mir, oder ich am Rucksack…so ohne jegliche Spannung fühle ich mich. Meine Gedanken drehen sich ums zelten, bzw um die viel zu vielen Übernachtung indoor. Ich kanns nicht ändern, ich hätte es gerne anders, für mich fehlt ein Teil des Gesamten…und dennoch muss ich mich fragen woran ich mich übetwiegend erinnere von den letzten 3 Wochen. Es sind weder die Unterkünfte, noch die Zeltplätze, sondern sie Wege und das Panorama. Das ist es was es ausmacht. Trotzdem. Andere planen jeden Tag vor und schlafen immer indoor. Ja, aber ich bin nicht die anderen und ich hätte es gerne anders. Ja, aber die Kühe und die Gewitter kann ich nicht wegzaubern. Ja eh. Trotzdem grummel ich vor mich hin. Es fällt mir schwer zu akzeptieren, dass es auch mit Unterkünften immernoch “ das selbe ist“- nämlich die Erwanderung des Alpenbogens. So und jetzt Schluss hier mit dem Gedankenkarusell, reicht, dass es mich beschäftigt.

Am Falkert sind meine Gedanken so und so ganz woanders. Wie für mich gemacht gibt es eine tolle Konstruktion mit der man Gipfel anpeilen und bestimmen kann.

Der Dachstein ist noch einmal dabei, das hätte ich nicht gedacht, dass ich ihn noch einmal auf der Tour sehe, schließlich bin ich schon ziemlich südlich.
Eine handvoll Wanderer kommen und gehen, alle vom nahegelegenen Skiort aufgestiegen. Ich muss schmunzeln als mir auffällt, dass alle in Richtung Tal schauen und sitzen, nur ich sitze entgegengesetzt und schaue lieber auf die hohen, schneebedeckten Berge.

Über eine sehr kurze steinige, steile, tolle Passage geht’s zum Abstieg, letzte Scharte für heute und rauf auf den Rödresnock. Hier genieße ich noch einmal in vollen Zügen das Panorama.


Die diesigen Karawanken im Süden hebe ich mir für morgen auf, ich verabschiede mich eher von den Zentralalpen.
Abstieg anfangs typisch nockig über einen Grashang, später steil durch den Wald. Ich bin immer noch träge und extrem langsam heute. Bei der Moschelitzenalm klettere ich beinhart über den Zaun, dahinter steht nämlich ein Brunnen. Bis jetzt waren die bei Almen immer zugänglich.
Kuhherdennachweis in Form von frischen Kuhfladen gibt es seit knapp unter dem Gipfel, ich geb’s auf. Kurz liebäugel ich dennoch im Wald mit einer potentiellen Stelle, nur um 3 Minuten später die Bewohner dazu zu sehen.

Also befinde ich mich nach 3 Gattern doch noch in einer Kuhherde.
1 Stunde vor Wiedweg entschließe ich mich, dass ich heute nicht mehr weitergehe, es ist bereits 16 Uhr, ich bin seit 7:20 unterwegs. Ich möchte mir ein Zimmer in der einzigen Unterkunft sichern und recherchiere die Nummer. Dauerhaft geschlossen. Ich hocke am Waldboden und verdreh nur die Augen. Ich könnte es darauf ankommen lassen, absteigen und hoffen, dass mich jemand im Garten mein Zelt aufbauen lässt. Auf Versuche habe ich aber keine Lust, also route ich mich nach Bad Kleinkirchheim um und folge bald dem Alpe Adria Trail. Der mündet morgen nach wenigen Stunden wieder zum Salzsteigweg. Wow, was für ein übermäßig gut ausgeschilderter Weg. Sogar an selbsterklärenden Stellen gibt’s ein kleines Taferl, ich bin begeistert.

Weniger begeistert bin ich von der Unterkunftssituation in Bad Kleinkirchheim. Etliche Unterkünfte telefoniere ich durch, bis ich im Kirchenwirt fündig werde. Die letzte Stunde war so brütend und schwül heiß, ich verschwinde direkt nach meiner Ankunft um 17:15 unter die Dusche. Der Tag war zu lange heute, ich lege meine Beine hoch und raffe mich dann doch noch auf 750 hin und 750 Meter retour zum Billa zu gehen. Zu meinem mitgenommen Abendessen gesellen sich noch paar andere Kalorien. 400 Gramm Pudding, nach einer Portion Couscous mit Sojageschnetzeltem und bereits am Retourweg vom Billa halb verspeisten Chipspackung, sind kein Problem.

Die Banane dann noch oben drauf, schlummer ich bereits kurz nach 10 völlig müde ein.
23.Tag 19km, 1055hm, 5:10h
Starke Gewitter ab 14 Uhr, ich lege meinen Schlüssel um 6:20 Uhr an die Rezeption. Um den Anschluss an den Alpe Adria Weg direkt von meiner Unterkunft zu finden, folge ich der Route auf meiner OsmAnd app. Und lande mitten in einer Wiese. Aus knöchelhoch wird kniehoch, aus kniehoch hüfthoch.


Zweimal glaube ich in der Ferne am Zaun einen Übergang zu entdecken, zweimal täusche ich mich. Absteigen und retour möchte ich aber auch nicht, für solche Umwege habe ich keine Zeit. Weiter weg gibt es einen Plastikzaun, der sollte doch irgendwie überwindbarer sein als Stacheldraht. Ich pflüge mich durch die immer noch hüfthohe Wiese. An einer Stelle mit mehreren Brennesseln. In kurzer Hose bin ich zumindest über meine Stutzen dankbar und versuche so schnell wie möglich durchzukommen. Aber irgendwie tangieren sie mich kaum, zu sehr bin ich aif die Wegfindung konzentriert
Der Zaun führt Strom – autsch. Ich tüftel ein wenig hin und her wie ich ihn mit meinen Stecken runterdrücken kann, ohne dass er beim übersteigen wieder hochschnellt. Dabei werde ich von Kühen beobachtet. Einmal in der Kuhweide ist das Gatter raus sichtbar, aber versperrt. Also drüberklettern. Endlich bin ich am richtigen Weg, was für eine unnötige Aktion. Meine Schuhe sind nass, meine Oberschenkel rot, meine Hose und alles rundherum bräunlich von irgendeinem Grassamenstaub.


Überwiegend direkt hinauf geht’s im Wald entlang. Heute fühle ich mich wieder fitter als gestern. Liegt es daran, dass ich wieder ein Gewitter im Nacken habe, oder weil ich mich gestern durch das langsame gehen erholt habe?
Kurz vor dem Gipfel werde ich auf einer Skipiste rausgespuckt und kann es selbst kaum glauben, dass ich für die 7km und 1085hm nur 2 1/2 Stunden gebraucht habe. Was für ein Unterschied zu gestern. I am back again.
Ich zieh mir etwas über, esse mein 2.Frühstück und betrachte die Karawanken. Was für ein Gefühl. Ich bin so weit gewandert, dass ich fast 1. Reihe fußfrei nach Slowenien schauen kann. Jeder der schon mal ein Bergpanorama versucht hat mit dem Handy zu fotografieren, kann sich vielleicht vorstellen wie toll und groß sie in echt wirken, am Foto aber so unscheinbar rüberkommen.


Weiter geht’s über den letzten Nock, dem vorderen Wöllaner Nock Richtung Arriach. Tschüss Nockberge, schön war es wieder bei euch. Ich weiß warum ich hier wieder her wollte und nun kenne ich auch ihre anderen Seiten. Das gefällt mir.

Weil ich gut in der Zeit liege folge ich dem Alpe Adrai Trail und nicht dem Salzsteigweg hinunter. Bisschen länger, dafür komme ich am geografischen Mittelpunkt Kärntens vorbei.


Im Tal ist es dann wieder drückend heiß, ich hüpfe noch vor der Supermarktmittagspause in den Adeg rein um mich mit bisschen Kalorien für den Nachmittag einzudecken und beziehe, mit dunklen Wolken im Nacken, leicht zähneknirschend ein überteuertes Zimmer.


1 Stunde später beginnt es zu regnen, mehrere Gewitter ziehen im Laufe des Nachmittages über Arriach hinweg.
24.Tag 37.5km, 1200hm, 8:25
Ich erwarte mir nichts von dem Tag und werde in meinen Nichterwartungen nicht enttäuscht. Es gibt nicht viel zu berichten. Unspektakulär Wege, Matsch, hohe Gräser, Forststraße

und….und….ein MEGA Panorama!! Was für ein Anblick. Ich liebe schroffe steinige Berge.

Die Markierung ist ab dem Zeitpunkt an dem der Via Alpe Adria und der Salzsteigweg sich trennen wieder dürftig. Wie angenehm war es mit all den Schildern. Ein Vorzeigeweitwanderweg.
Einen speziellen Moment gibt es dann doch noch…Kurz nach dem losgehen habe ich 500km unter den Beinen.

500km seit Wien, 22 Wandertage, davon paar halbe, durch unterschiedliche Regionen, über Gipfel, durch Täler…bereits jetzt hat meine Landkarte im Kopf mehr Farbe angenommen. Genau was ich liebe!
Nach 6 Stunden stehe ich in Villach, am Schluss dem Radweg an der Drau folgend, ging es im Grünen bis ins Zentrum.
Ich falle beim Interspar ein und muss mich sehr konzentrieren nur die Liste abzuarbeiten und nicht auch noch eine Fußmaske, ein Gesichtspeeling, noch mehr Schokolade, ToGoEssen und anderes vermeintlich notwendiges einzukaufen. Ich hatte nicht mal Hunger als in rein bin. Glaubte ich. Mein Körper signalisiert aber ganz etwas anderes. Ich bin stolz auf mich, nur Oliven in einer Plastiktüte standen nicht auf der Liste, aber befinden sich am Ende im Rucksack. Von Oliven träume ich schon seit 2 Wochen, ich hoffe sie halten paar Tage durch.
Der Rucksack ist bummvoll. Die nächsten ca 8 Tage bin ich am karnischen Höhenweg und komme nicht ins Tal. Nur in Nassfeld gibt es einen Supermarkt, der hat aber nur bis Mittags offen und das nicht jeden Tag. Auf den spekuliere ich also lieber nicht. Bis zu 5 Tage komplettes Essen passen in den Rucksack, den Rest werden die Hütten herhalten. Ich habe die Hoffnung auf zelten noch nicht aufgegeben.
Dann geht’s ins ausgestorbene Zentrum und ich lege in einem netten Kaffee die Beine hoch, trinke 2 Kaffees und esse Kuchen dazu. Jeder der mich kennt weiß, dass das gerade Kurzurlaub für mich ist.
Danach geht’s nochmal für rund 10 km aus Villach raus. Zu teuer die Unterkünfte hier und paar Km gehen noch. Der Weg ist kurzweilig und auch sehr schnell wieder im Grünen, bzw später an der Gail entlang.


Ich telefoniere während dem Gehen ein wenig, wissend, dass am karnischen Höhenweg der Empfang gleich null ist.
Bei Siegfried in Neuhaus beziehe ich ein Privatzimmer


und es kommt mir mehr vor wie ein bezahlter couchsurfing Aufenthalt, als eine private Zimmervermietung. Er hat extra recherchiert was er denn vegetarisches für mich kochen kann und serviert mir stolz seinen ersten selbstgemachten Kaiserschmarrn. Das nenne ich mal Kundenservice.
Morgen geht’s auf den karnischen Höhenweg. Den westlichen Teil kenne ich bereits, über den östlichen habe ich unterschiedliches gehört. Verwachsene Wege, rutschige Hänge, lange Distanzen,… ich bin gespannt und hoffe inständig, dass die angekündigten Gewitter Anfang nächster Woche ausbleiben, oder spät abends kommen. Karnischer HÖHENweg hat nicht umsonst seinen Namen.